Sauna-Aufgüsse: Arten, richtige Anwendung und ihre Wirkung

Ein Saunaaufguss ist weit mehr als nur Wasser auf heißen Steinen. Richtig durchgeführt, verstärkt er die Wirkung des Saunagangs, beeinflusst Atmung, Kreislauf und Entspannung – und macht aus Hitze ein bewusstes Ritual. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Aufgüsse es gibt, wie man sie richtig macht und welche Wirkung sie haben.

Was ist ein Saunaaufguss überhaupt?


Beim Aufguss wird Wasser – oft mit ätherischen Ölen – auf die heißen Saunasteine gegeben. Das Wasser verdampft schlagartig, die Luftfeuchtigkeit steigt, und die gefühlte Hitze nimmt deutlich zu.


Wichtig zu wissen:

  • Die Temperatur steigt kaum
  • Die Wärmeintensität nimmt stark zu
  • Der Körper reagiert intensiver (Schwitzen, Atmung, Kreislauf)

Welche Arten von Sauna-Aufgüssen gibt es?


1. Klassischer Wasseraufguss

Der einfachste und ursprünglichste Aufguss.

So funktioniert er:
klares Wasser

  • langsam auf die heißen Steine gießen
  • kurze Wartezeit zwischen den Kellen

 

Wirkung:

  • stärkere Schweißbildung
  • intensiveres Hitzegefühl
  • gut für erfahrene Saunagänger
2. Aufgüsse mit ätherischen Ölen


Hier wird dem Wasser ein Duftstoff zugesetzt – sparsam dosiert.


Beliebte Aufguss-Düfte und ihre Wirkung:


Eukalyptus: befreiend für Atemwege

Minze: kühlend, erfrischend

Fichte / Kiefer: beruhigend, erdend

Lavendel: entspannend, schlaffördernd

Zitrus: aktivierend, stimmungsaufhellend

 

👉 Wichtig: Nur saunageeignete ätherische Öle verwenden, niemals pur auf die Steine geben.

3. Kräuter- und Naturaufgüsse

Statt reiner Öle werden Kräuter, Nadeln oder Pflanzen verwendet.


Typische Varianten:

  • Birkenzweige
  • Heu- oder Kräutersäckchen
  • getrocknete Blüten

 

Wirkung:


  • sanfter als Ölaufgüsse
  • natürliches Dufterlebnis
  • besonders angenehm für längere Saunagänge
4. Salz- & Pflegeaufgüsse


Diese werden oft mit Körperpflege kombiniert.

  • Anwendung:
    Salz oder Pflegeprodukte nicht auf die Steine
  • sondern auf die Haut (z. B. zwischen Saunagängen)

 

Wirkung:

  • Hautreinigung
  • Durchblutungsförderung
  • weniger reizend als Duftaufgüsse

Wie macht man einen Aufguss richtig?

Die richtige Vorbereitung
  • Sauna auf 80–95 °C
  • Steine gut aufgeheizt
  • ruhige Atmosphäre
 
Schritt-für-Schritt-Aufguss
  • Kelle mit Wasser (max. 1–2 Kellen)
  • Langsam auf die Steine gießen
  • Tür schließen
  • Kurz wirken lassen
  • Optional zweiten, kleineren Aufguss

 

👉 Weniger ist mehr – zu viel Wasser überfordert Kreislauf und Atmung.

Wie oft sollte man einen Aufguss machen?

  • 1 Aufguss pro Saunagang reicht völlig
  • Maximal 2, bei guter Verträglichkeit
  • Anfänger lieber ohne oder mit sehr mildem Aufguss starten

Welche Wirkung haben Aufgüsse auf den Körper?


Positiv:

  • intensivere Durchblutung
  • stärkere Entgiftung durch Schwitzen
  • entspannte Muskulatur
  • je nach Duft: beruhigend oder aktivierend

 

Achtung:

  • Kreislauf kann stärker belastet werden
  • bei Schwindel: sofort Saunagang beenden
  • ausreichend trinken nicht vergessen

Aufgüsse zuhause – was ist anders als in öffentlichen Saunen?


In der eigenen Sauna:

  • bestimmst du Intensität & Duft
  • keine Wedeltechnik nötig
  • ruhiger, persönlicher Rhythmus

 

Gerade in einer gut gedämmten Gartensauna mit gleichmäßiger Wärmeverteilung wirken Aufgüsse oft angenehmer und kontrollierter als in großen öffentlichen Anlagen.

Häufige Fehler beim Aufguss

  • zu viel Öl
  • Öl direkt auf Steine
  • zu viele Aufgüsse hintereinander
  • Aufguss bei zu niedriger Temperatur

Fazit

Ein Saunaaufguss ist kein Pflichtprogramm, sondern ein Werkzeug für bewusstes Saunieren. Richtig eingesetzt, vertieft er Entspannung, steigert die Wirkung des Saunagangs und macht aus Wärme ein Erlebnis. Entscheidend ist Maß, Qualität der Zutaten und das eigene Körpergefühl.